Adipositas – Haben wir aus Super Size Me gelernt?

Waage mit Maßband

Über ein Jahrzehnt ist es mittlerweile her, dass der amerikanische Filmemacher Morgan Spurlock seinen vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm ,,Super Size Me“ veröffentlichte. Die nüchtern präsentierte und dennoch unterhaltsame Spurensuche, brachte die großen Konzerne in eine unangenehme Situation. Bereits kurz nach erscheinen des Films, lenkte die weltweit größte Fast-Food-Kette und Hauptgegenstand von Spurlocks Versuch ein: Bei Mc Donalds gab es fortan auch Salate zu kaufen.

Scheinaktionismus?

In Anbetracht der in Amerika weiterhin präsenten Fettleibigkeit aber, wirken diese Schritte lediglich wie eine, schon tausendfach angewandte Beschwichtigungsmethode. Eine im Jahr 2008 durchgeführte Studie des amerikanischen Gesundheitsministeriums, zeichnet ein erschreckendes Bild: Insofern sich nichts an den Essgewohnheiten der eigenen Bevölkerung ändert, könnte im Jahr 2048 jeder Amerikaner übergewichtig sein. Studien die unserer Überschrift klar widersprechen: Aus Super Size Me, scheint zumindest die Versuchsgesellschaft nichts gelernt zu haben.

Waage mit Maßband
Veränderte Essgewohnheiten steigern das Übergewicht in der Bevölkerung

Das Thema Fettsucht in Deutschland

Doch auch wir Deutschen sind nicht besser: Das statistische Bundesamt, errechnete erst kürzlich das im Jahr 2013 knapp über die Hälfte aller Erwachsenen (52 %) übergewichtig war. Um als Adipositaserkrankter eingestuft zu werden, muss der BMI einen Wert von 30 betragen. Ab einem BMI von 40, wird von einer ,,extremen“ Adipositaserkrankung gesprochen (Grad III).

Übergewicht ist jedoch nicht gleich Adipositas. In der Medizin wird dabei zwischen mehreren Gewichtsklassen differenziert, die je nach Grad unterschiedlich betrachtet werden müssen. Die oben bereits beschriebene, krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas) beginnt demnach ab einem Body-Mass-Index von 30, alles was darunter angesiedelt ist wird den Kategorien Übergewicht (BMI ab 25), Normalgewicht (BMI 18,5 bis 24,9), sowie Untergewicht (BMI unter 18,5) zugeordnet.
Weltweites Problem

Das Potenzial Übergewicht zu entwickeln, sowie an Adipositas zu erkranken ist jedoch längst nicht mehr nur ein Problem der westlichen Industrienationen: So stammt das derzeit wohl dickste Kind der Welt aus einem der wohl ärmsten Länder. Ironie über die die 9jährige Inderin Suman Khutan wohl nicht lachen kann. Bei einer Körpergröße von gerade einmal einem Meter, wiegt sie bereits jetzt 92 Kilogramm.

Die Frage nach den Schuldigen, glauben Außenstehende zumeist schnell beantworten zu können. Bevor die genaue Ursache einer Essstörung aber nicht erschlossen ist, erscheint eine pauschalisierte Zuordnung als vorschnell. Während Suman an einer Fehlfunktion der Schilddrüse leidet, können auch entsprechende Gene zu einem nicht unwichtigen Risikofaktor werden. Ein besonders häufig auftauchendes Phänomen, stellt jedoch der so genannte Ersatzkonsum dar. Befindet man sich in einem möglicherweise schweren Lebensabschnitt, in welchem ehemals wichtige Bezugspunkte fehlen (Verlust des Ehepartners usw.), kann dies zum Versuch führen, den Wegfall durch Ersatzbefriedigungen zu kompensieren.

Zukunftsaussichten

Was uns die Zukunft in der Kategorie Essgewohnheiten bringt, lässt sich anhand aktueller Tendenzen bereits erahnen. Selbst gemachte Vollkornbrote werden im stressigen Büroalltag in Fertiggerichte umgewandelt, eigens zubereitete Mahlzeiten am Abend gegen Lieferapps getauscht. Nischenbewegungen, wie der gerade in Deutschland immer populärer werdende Veganismus, geben allerdings Anlass zum hoffen. Über den gesundheitlichen Wert darf hierbei zwar noch immer gestritten werden, jedoch kann ein einwöchiger Fleischverzicht bereits zu einem gesteigerten Vitalitätsgefühl beitragen.