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Immer mehr Menschen leben einsam

Alter Mann
Alter Mann verzweifelt vor Einsamkeit
Einsamkeit im Alter ist keine Seltenheit mehr

Jeder vierte Rentner in Deutschland hat seltener als einmal im Monat Besuch von Freunden oder Bekannten. Jeder zehnte hat gar keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.

Gründe für diese Isolation kann es viele geben. Vielleicht ist der Partner gestorben, vielleicht sind die Kinder weggezogen und leben ihr eigenes Leben oder die Zipperlein machen mehr und mehr zu schaffen. Häufig ist es ein schleichender Prozess, in dem die Rentner mehr und mehr in der Einsamkeit versinken. Viele Menschen, vor allem Männer, fallen nach dem Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand in ein tiefes Loch.

Sich der Einsamkeit bewusst zu werden und sie nicht zu verdrängen ist meist der erste Schritt der Isolation zu entkommen.

Emotional oder sozial?

Seit den siebziger Jahren erforschen Wissenschaftler die Einsamkeit im Alter. Hierbei unterscheiden die Forscher zwischen der sog. Emotionalen Einsamkeit und der Sozialen Einsamkeit.

Emotionale Einsamkeit meint die rein gefühlsbedingte Einsamkeit, sprich ein Mensch kann über ein großes soziales Netzwerk verfügen und sich dennoch einsam fühlen. Emotionale Einsamkeit ist in vielen Fällen die Konsequenz des Verlusts einer wichtigen Person. Kontakt zu anderen Menschen spielt für diese Form der Einsamkeit also eine eher untergeordnete Rolle.

Die Soziale Einsamkeit wiederum ist bedingt durch eine Isolation von der Gesellschaft. Der oder die Betroffene fühlt sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft und verliert nach und nach den Anschluss an das Weltgeschehen und an soziale Umfelder.

Tabuthema Einsamkeit

In unserer Gesellschaft ist Einsamkeit ein Tabuthema. Schließlich muss im SocialMedia Zeitalter doch niemand mehr einsam sein -oder? Trotz Twitter, Facebook und Co. sind es dennoch nach wie vor viele Menschen und dies betrifft lange nicht nur die Generation über 65 Jahren.

Viele Menschen werden als merkwürdig empfunden und wahrgenommen, wenn sie zugeben, einsam zu sein. Gesellschaftliche Abwertung kann eine Folge sein. Denn häufig ist es auch mehr die Abschreckung der Ehrlichkeit dessen, dass ein Mensch zugibt, einsam zu sein, als die bloße Tatsache an sich. Im ersten Moment ist dies vielleicht schwierig nachzuvollziehen, im Prinzip ist es jedoch sehr simpel: Jeder von uns ist mal einsam. Gibt ein Mensch offen zu, dass er einsam ist, so fragt sich das Gehirn automatisch: Bin ich auch einsam? Die Antwort kann beunruhigend sein.

Eine Enttabuisierung dieses Themas käme also allen zugute, denn theoretisch könnte es uns allen passieren, dass wir plötzlich ganz auf uns allein gestellt sind.

Wege aus der Isolation

Hat man erstmal den Schritt gewagt und sich eingestanden: „Ich bin einsam“, gibt es zahllose Wege der sozialen Isolation zu entkommen.

Je nach Vorlieben und Bedürfnissen kann sich in unserer Gesellschaft jeder Rentner engagieren und einbringen. Ob es der Besuch einer Tagesstätte für Senioren ist, die Gesangsgruppe in der Kirche oder die ehrenamtliche Arbeit bei Organisationen wie der Tafel.

Die eigene Lebensgeschichte aufzuschreiben oder schöne Momente in Textform festzuhalten ist ebenfalls eine Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten und noch einmal zu durchleben.

Doch all diese Dinge fordern einen selbst heraus und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten und vielleicht auch den inneren Schweinehund zu besiegen, ist unabdingbar für eine Re-Integration in ein soziales Umfeld.