Münchhausen Syndrom psychische Erkrankung

Medizin

Münchhausen Syndrom

Personen, die an dem Münchhausen Syndrom erkrankt sind, täuschen dauerhaft Krankheiten vor, um stets unter ärztlicher Behandlung zu stehen und ringen nach Aufmerksamkeit. Wie viele Menschen tatsächlich am Münchhausen Syndrom erkrankt sind, kann nicht genau definiert werden. Dazu gibt es zu viele unerkannte Fälle. Das Münchhausen Syndrom zählt zur Gruppe der artifiziellen Störungen und es ist bekannt, dass es häufiger bei Männern als bei Frauen auftritt. Der bekannte Baron von Münchhausen gab der Krankheit den Namen Münchhausen Syndrom. Durch seine erfundenen Geschichten verlang er Aufmerksamkeit. Das Münchhausen Syndrom zählt zu den schweren psychischen Krankheiten, die schwer behandelbar sind.

Die psychische Störung, oder auch Persönlichkeitsstörung, bei der ein Betroffener zahlreiche körperliche Symptome sowie sämtliche Krankheiten erfindet und selbst hervorruft, wird sehr dramatisiert und auch glaubwürdig präsentiert. Das Verlangen nach medizinischen Behandlungen ist groß. Die häufigen Arzt- und Krankenhausbesuche sind äußerst typisch für diese Krankheit. Ziel des Erkrankten ist es, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erlangen. Wird die Krankheit ärztlicherseits erkannt, wechselt der Betroffene meist sofort den behandelnden Arzt.

Ein am Münchhausen Syndrom Erkrankter nimmt trotz der Risiken sogar schwere Operationen und Schmerzen in Kauf. Er eignet sich gutes medizinisches Wissen an, um über alles genauestens Bescheid zu wissen. Daher klingt auch alles Erfundene überzeugend. Das Münchhausen Syndrom wird meist nur schwer oder auch oft erst spät diagnostiziert. Auch für einen Arzt ist es schwer zu erkennen.

Bei der Vortäuschung der Krankheiten oder Symptome kennt ein Betroffener des Münchhausen Syndrom keine Grenzen. Häufigste Krankheiten dabei sind unter Anderem dermatologische Probleme wie beispielsweise Ekzeme und Wunden oder Allergien. Auch Stoffwechselstörungen zählen zu gern vorgetäuschten Symptomen. Psychische Probleme werden meist nicht vorgetäuscht.

Ursachen und Symptome

Die Ursachen vom Münchhausen Syndrom sind bisher so gut wie unbekannt. Vermutungen zu Folge wird das Münchhausen Syndrom durch gewisse Faktoren begünstigt. Zum Beispiel ist es möglich, dass ein am Münchhausen Syndrom Erkrankter ein Trauma erlitten hat, oder unter psychisch belastenden Bedingungen aufgewachsen ist. Ebenso spielen Persönlichkeitsstörungen eine Rolle. Auch ringt ein Betroffener nach Aufmerksamkeit und medizinischer Versorgung. Diese Aufmerksamkeit wird durch die vorgetäuschten Symptome erzielt. Sobald ein Arzt das Münchhausen Syndrom diagnostiziert, bricht ein Patient die Behandlung bei diesem Arzt abrupt ab. Durch die schwierige Diagnose und Unbekanntheit der genauen Ursachen der Krankheit, ist die Behandlung ebenfalls nicht einfach.
Die häufigsten Symptome der Krankheit sind die vielen Arzt- oder Krankenhausbesuche, sowie die übertriebene Dramatik. Der Betroffene fordert die medizinische Behandlung regelrecht ein. Ebenso sind viele Lügengeschichten Anzeichen für das Münchhausen Syndrom. Außerdem werden Betroffene oftmals den Arzt oder das Krankenhaus wechseln, damit sie nicht auffliegen. Des Weiteren sind die sozialen Kontakte gleich Null und bei der eigenen Identität wird auch gern geschwindelt.

Selbstverletzungen wie das Spritzen von Substanzen, die eventuell Allergien auslösen, oder Schnittwunden, die sofort behandelt werden müssen, sind für einen Betroffenen nichts Außergewöhnliches. Auch Insulinspritzen werden gern selbst injiziert, um zum Beispiel eine Unterzuckerung vorzutäuschen. Es wird alles vorgetäuscht, was geht. Die Schmerzen sind dem Betroffenen meist egal. Dauerhafte Schäden sind hier nicht ungewöhnlich.

 

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Therapiemöglichkeiten

Das Münchhausen Syndrom muss psychiatrisch behandelt werden. Da eine psychiatrische Behandlung meist von einem Betroffenen abgelehnt wird, ist das Vertrauen zwischen Patient und behandelndem Arzt ein wichtiger Faktor. Die Behandlung kann stationär in einer Klinik durchgeführt werden. Nach der stationären Behandlung folgt meist eine weiterführende ambulante Behandlung. Da die Krankheit zwanghaftes Verhalten mit sich bringt, ist es für einen Erkrankten oftmals schwer, dieses abzustellen. Zu einer Psychotherapie ebenso eine Verhaltenstherapie in Frage. Die Therapie wird medikamentös unterstützt.

Da die Erkrankung psychischer Herkunft ist, wird eine völlige Heilung nicht möglich sein. Die Prognosen sind eher negativ. Es kann aber gut therapiert werden. Lässt sich der Betroffene auf eine Psychotherapie ein zeigt sich mit der Behandlung Erfolg, können schwere Verletzungen und Symptome eingegrenzt werden. Psychopharmaka sind meist weiterhin notwendig.